So nah – so fern | Tak blízcí – tak vzdálení

Das Projekt „So nah – so fern. Beziehungsgeschichte(n) zwischen Böhmen und Sachsen“ stellt sich vor … oder was Sie schon immer über die böhmisch-sächsische Geschichte wissen wollten, aber nie zu fragen trauten.

Projekt „Tak blízcí – tak vzdálení. Česko-saské dějiny v proměnách staletí” se představuje …aneb co všechno jste chtěli vědět o česko-saských dějinách, ale báli jste se zeptat

von Martin Musílek

Unlängst veröffentlichte die BILD die Nachricht, dass der kleine Fluss Kirnitzsch im Elbsandsteingebirge sein Flussbett verändert und sich dadurch die Grenze zwischen Böhmen und Sachsen verschoben hat. Die Headlines „Wanderer findet 500 qm neues Deutschland“, „Deutsche Ostgrenze verschoben“ oder „Landgewinn geht auch ohne Panzer!“ bargen die banale Information, dass der genannte Fluss in seinem neuen Lauf wenige Meter seiner Strömung verkürzt hat. Dieses nicht unübliche Naturphänomen würde kein Aufsehen erregen, wenn nicht der genannte Fluss Teil der tschechisch-sächsischen Grenze wäre. Er mäandriert nicht mehr in seinem ursprünglichen Lauf auf deutscher Seite, sondern verläuft nun gerade, so dass er ein ca. 500 m² großes Stück neuen Gebietes am östlichen Zipfels Sachsens im Nationalpark Sächsische Schweiz umfließt.

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Die Kirnitzsch an der Neumannmühle / Řeka Křinice u Neumannova mlýna (Foto: CC Wikipedia LausitzerLeben).

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#GELDausstellung – Jederzeit Bargeldbereit

von Susanne Hahn

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Die Rationalisierung der

DDR-Geldwirtschaft: der Geldautomat des

VEB Wägetechnik Rapido Radebeul

 

Eigentlich stellte der VEB Wägetechnik Rapido in Radebeul vollautomatische Waffelbackanlagen her und gehörte bis 1989 zum DDR-Lebensmittelkombinat Nagema. Nachdem die Staatsbank der DDR 1983 das Kombinat robotron mit der Entwicklung eines mikroprozessorgesteuerten Geldausgabeautomaten beauftragt hatte, war Rapido bis 1989 auch Hersteller von etwa 500 Geldautomaten. 274 Automaten waren 1989 nachweislich in größeren Städten in Betrieb, an denen mit einer Geldkarte 20- und 50-Mark-Banknoten der DDR abgehoben werden konnten.

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#Geldausstellung – Tulpenzwiebeln und die erste Spekulationsblase

von Eric Mertens und Doreen Mölders

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Die farbenprächtigen Tulpen (Tulpia) waren im 16./17. Jahrhundert ein Luxus- und Spekulationsobjekt (© smac).

Wie ein schönes Pflänzchen die Niederländer in den „Wahn“ trieb

Während wir in unseren Büros, ob im smac oder im Landesamt für Archäologie in Dresden, Exponate zur Geschichte des Geldes recherchieren, Ausstellungstexte verfassen und an der Gestaltung der GELDausstellung arbeiten, spielt sich draußen vor der Tür und auch im Innenhof des Landesamtes für Archäologie in Dresden (LfA) ein sehr vergängliches, nur wenige Wochen dauerndes Naturereignis ab: Die Frühjahrsblüte. Neben Hyazinthen, Primeln und Löwenzahn ragen auch Tulpen majestätisch empor.

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#GELDausstellung – Wampum

von Timo Luks und Doreen Mölders

Wampumkette_aSelten und Wertvoll: eine Wampumkette vor 1926 vermutlich irokesischer Herkunft aus Nordamerika, Leihgeber und © Karl-May-Museum Radebeul.

Wampum – das „Gold der Indianer“?

Wenn Winnetou – oder besser gesagt Pierre Brice bzw. Gojko Mitić – in reich mit Perlenbändern und Perlengürteln bestückter Tracht auf seinem Rappen durch die (jugoslawische) Prärie ritt, dann ging wohl ein kollektives „Hach“ durch die Wohnzimmer – diesseits und jenseits der innerdeutschen Grenze. Bei so viel Pathos dachte dann auch niemand an den Wahrheitsgehalt der Film-Geschichten in Anlehnung an Karl May, die lange unser Bild von den „Indianern“ prägten.  Heute wissen wir, dass Karl May nie zwar in Nordamerika war und auch gegen verbreitete Vorurteile anschrieb, dass es die „Indianer“ aber so nie gegeben hat,  die alle in Tipis lebten und Büffel sowie weiße Siedler jagten. Stattdessen war die Bevölkerung Nordamerikas schon vor dem Eintreffen neuer Siedler aus Europa grundverschieden in ihrer Lebens- und Siedlungspraxis. Und die Perlen und Perlenketten, die sogenannten Wampum, waren nicht einfach Schmuck und modisches Accessoire, sondern Wampum war vor allem eins: Geld.

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