5 Fragen an Marius Winzeler

Česká verze níže.

Ein Beitrag im Rahmen der Sonderausstellung SACHSEN BÖHMEN 7000.

Dr. Marius Winzeler von der Nationalgalerie in Prag wird mit seinen Kollegen unsere Sonderausstellung SACHSEN BÖHMEN 7000 noch in diesem Jahr im Sternberg Palais zeigen. Wie es dazu kam, erzählt er heute auf dem Blog. Die Bilder des Beitrags stammen von einer Wanderung, die verschiedene Beteiligte der Kooperation im Juni 2018 gemeinsam vom Kulmer Steig aus über die Grenze von Sachsen nach Tschechien und schließlich auf die Burgruine Schreckenstein geführt hat. Fotograf: Mark Frost.

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Dr. Marius Winzeler | Foto: © smac, Mark Frost

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SACHSEN BÖHMEN 7000 – Dinge mit Geschichten #8

Die Königin Maria

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Foto: © smac | Dirk Hanus

Bis zur Fertigstellung der Eisenbahnverbindung zwischen Pirna und Bodenbach 1848 ist der Weg über die Elbe die schnellste Verbindung zwischen Sachsen und Böhmen. Für Privatreisende ist die Fahrt ein Naturerlebnis. Für die Wirtschaftsstandorte in Sachsen und Böhmen ist der Fluss der wichtigste Pfad für den Transport von Waren und ein grenzüberschreitender Handelsweg.
Die “Königin Maria” ist das erste sächsische Personen-Dampfschiff, das auf der Elbe eingesetzt wurde. Es hatte seine Probefahrt am 30. Juli 1837 von Dresden nach Meißen. Dieses Modell im Maßstab 1:50 um 1920 zeigen wir noch bis Ende März 2019 in unserer Sonderausstellung SACHSEN BÖHMEN 7000.

 

SACHSEN BÖHMEN 7000 – Dinge mit Geschichten #7

Der Görlitzer Stadtknecht

Sandstein

Diese Figur krönt den Georgsbrunnen auf dem Obermarkt in Görlitz. Das kurfürstliche sächsische Wappen und der böhmische Löwe zu seinen Füßen zeugen von der engen Beziehung der Oberlausitz und Böhmen. Doch genau wie die Figur auf dem Görlitzer Brunnen ist diese hier eine Kopie, denn das Original aus dem 17. Jahrhundert befindet sich vor der Witterung geschützt im Museum in Görlitz. Unsere Figur ist tatsächlich ein Sandstein-3D-Druck. Lediglich die Lanze ist original. Wenn ihr im smac seid, solltet ihr also mal ganz genau hinschauen. Beachtlich, was man so alles drucken kann, oder?

Noch bis 31. März 2019 ist die Figur bei uns in der Sonderausstellung SACHSEN BÖHMEN 7000 zu sehen.

SACHSEN BÖHMEN 7000 – Dinge mit Geschichten #6

CSSR-Erinnerungsstücke | Frisch vermählt

Eine-Hochzeit

Dieses unscheinbare Hochzeitsbild hat uns im Vorfeld der Sonderausstellung SACHSEN BÖHMEN 7000 erreicht, denn wir hatten in einem Zeitungsaufruf die Bevölkerung um Erinnerungsstücke aus CSSR-Zeiten gebeten. Und wir wurden zu unserer großen Freude fast überrannt. Über 70 Leihgeber haben mehr als 200 Erinnerungsstücke und die damit verbundenen Geschichten zur Verfügung gestellt.

Eine besondere Geschichte hält dieses Bild von 1966 bereit. Denn das Brautpaar kannte keine einzige Person der hier abgebildeten Gesellschaft. Nach zahlreichen Behördengängen war es damals möglich, aus Chemnitz kommend, in Prag zu heiraten. Aus trauter Zweisamkeit wurde schließlich eine große Gesellschaft, allerdings nur für dieses Bild, denn das war eine Reisegruppe aus der DDR, die sich spontan zur Verfügung stellte und nun für immer zur Eheschließung von Roswitta Stöhr, die uns das Bild gab, dazugehört. Dieses und noch weitere Erinnerungsstücke zeigen wir noch bis 31. März 2019 bei uns im smac.

SACHSEN BÖHMEN 7000 – Dinge mit Geschichten #5

Kunstblumen – aus Böhmen nach Sachsen

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Foto: © smac | Dirk Hanus

Die Wiege der später weit verbreiteten nordböhmischen und sächsischen Kunstblumenmacherei war die dicht bevölkerte Ortschaft Nixdorf. Die dortige Bevölkerung hatte sich schon seit jeher nach einem alternativen Broterwerb umsehen müssen. Das örtliche Blumenmacherhandwerk fand erstmalig im Katalog der 1829 in Prag abgehaltenen Gewerbeausstellung Erwähnung. Die Vorliebe der Biedermeierzeit für Blumen ermöglichte eine Ausweitung der neuen Branche auf weitere umliegende Ortschaften. Nachfrage nach Kunstblumen bestand insbesondere in den größeren sächsischen Städten, aber auch auf dem Lausitzer Land, wo Blumenimitationen traditionell als Zierrat für Volkstrachten verwendet wurden. Das Bürgertum schmückte seine Wohnzimmer mit hinter Glas geschützten Blumensträußen; Kunstblumen zierten vielfach die Kleider, vor allem aber die Hüte der Damen.
Noch bis 31. März 2019 sind die Blumen in der Sonderausstellung SACHSEN BÖHMEN 7000 im smac zu sehen.

Text: Jan Němec [Auszug]