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Wir lassen Sachsen schweben

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Glücklich und zufrieden nach erfolgreicher Arbeit: Das Team von Tamschick Media+Space sowie Katja Bose, Projektmitarbeiterin des smac (Mitte).

 

Heute haben wir die weltweit erste Kartenskulptur, die sich choreografiert durch den Raum bewegt und gleichzeitig Träger einer audiovisuellen Narration ist, erstmals der Öffentlichkeit präsentiert. Fortan wird dieses multimediale Highlight unserer Ausstellung jeweils zur vollen Stunde die Geschichte der Region Sachsen bild- und soundgewaltig erzählen. Wir haben Charlotte Tamschick, Kreativdirektorin von Tamschick Media+Space danach gefragt, was es bedeutet, eine vorerst fixe Idee szenografisch in die Tat umzusetzen.

 

1. Liebe Frau Tamschick, wofür steht Tamschick Media+Space, was ist Ihr Markenzeichen?

Unsere Leidenschaft liegt in der Verbindung von audiovisuellen Medien und dem Raum, dabei benutzen wir szenografische Mittel wie filmische Bilder, Sound, Interaktion und Partizipation. Damit verwandeln wir in Museen und Ausstellungen Architekturen in emotionale und immersive Raum-Erlebnisse, lassen Objekte selbst zu Wort kommen, den Besucher vom passiven Beobachter zum Akteur werden. Wir erzählen Geschichten, vermitteln Inhalte mit Hilfe audiovisueller Medien und modernster Technologien in allen möglichen internationalen räumlichen Kontexten, in Museen, Ausstellungen, auf Expos und auf Messen. Seit über 15 Jahren fasziniert diese Kombination von Medien und Raum ein breites Publikum in Deutschland, Europa, Asien und Arabien.

2. Ihre Aufgabe war die szenografische Inszenierung der dynamischen Sachsenskulptur. Worin lagen hierbei die Herausforderungen?

Die Sachsenskulptur ist eine innovative, mediale, kinetische Inszenierung, die Idee dazu stammt vom Atelier Brückner, Stuttgart. Wir hatten die Aufgabe, diese bewegte, mediale Skulptur zum Leben zu erwecken und die Inhalte, in diesem Fall die 280 000 jährige Geschichte Sachsens auf subtile Art und Weise in einer audiovisuellen Zeitreise zu erzählen. Außerdem haben die Museumsbesucher die Möglichkeit, partizipativ Informationen an umliegenden Touchscreens abzurufen und auf das große kinetische Sachsenmodell zu schicken, das bedeutet, die Inszenierung selbst zu beeinflussen.

Diese Verbindung von Kinetik, Projektion, Sound, Narration und Partizipation der Besucher ist eine noch nie da gewesene, innovative Inszenierung und war für alle Beteiligten ein Experiment ohne Vorgänger. Die größte Herausforderung bestand darin, die inhaltliche Dichte in wenigen Minuten dem Publikum zu vermitteln und gemeinsam mit der Firma MKT AG die Dynamik und Technik die Dynamik und Technik der kinetischen Sachsenkarte mit den filmischen Inhalten zu choreografieren. Auch technisch stellt diese mediale Skulptur eine hohe Komplexität dar.

3. Was überhaupt ist die dynamische bzw. kinetische Sachsenskulptur?

Die Sachsenskulptur ist ein innovatives, mediales Ausstellungsformat, eine durch vier Etagen des Museums schwebende Projektionsfläche, die in Form einer mehrteiligen, leuchtend, transluzenten Sachsentopografie viele Funktionen erfüllt: in regelmäßigen Abständen wird die mediale Skulptur vertikal durch den Luftraum des Museums bewegt, sie ist eine narrative Klammer und inhaltliche Verbindung der Ausstellungsinhalte auf den einzelnen Etagen, eine Erinnerungsmaschine, die uns auf eine poetische Zeitreise durch 250 000 Jahre Sachsen schickt, ein emotionaler Erzähler, der multidimensional durch Projektionen und Sound Inhalte vermittelt. Die Sachsenskulptur macht neugierig auf die Inhalte im Museum, sie lockt und verführt und sie bietet den Besuchern ein partizipatives Erlebnis. An acht um die Sachsenskulptur angeordneten Touchscreens können vertiefte Informationen spielerisch abgerufen werden und auf das große Sachsenmodell gesendet werden, so dass sich eine permanent verändernde Topografie ergibt – ein „Tableau vivant“ Sachsens.

 

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Das Schieferplättchen von Groitzsch (ca. 12500 v. Chr.) auf der Sachsenskulptur wunderbar in Szene gesetzt (Foto: Michael Jungblut).

 

4. Worin liegt Ihrer Meinung nach der Reiz an der medialen Bespielung von Räumen?

Räume sind abgegrenzte Orte, definierte Flächen, diese Grenzen der Architektur zu überwinden mit medialen Mitteln, Räume zu öffnen, zu schließen, mit Inhalten zu füllen oder zu leeren, sowie interaktiv einzugreifen in statische Strukturen ist das, was uns fasziniert.Hier im smac verbindet die mediale Sachsenskulptur nicht nur mehrere Räume, sondern gleich mehrere Etagen miteinander.

Gerade in Museen und Ausstellungen benötigen wir heutzutage neue Formate, um den Ansprüchen der Besucher gerecht zu werden, statt langer Texttafeln lassen wir Objekte und Inhalte medial selbst zu Wort kommen oder beziehen die Besucher in die Inszenierung direkt mit ein. Damit wird das Museumserlebnis emotional aufgeladen und zu einem nachhaltigen Erlebnis. Ähnlich funktioniert dies mit Produkten und Marken und deren Geschichten. Die modernen Medien sind nicht statisch, sie verändern sich in rasantem Tempo, Raum und Architektur sind etwas Statisches, die Kombination beider Elemente bietet noch enorme inszenatorische Möglichkeiten.

5. Was ist Ihr nächstes Projekt?

Es stehen gerade einige Dreharbeiten im In-und Ausland für verschiedene Projekte an, wir freuen uns aber erst einmal, dass neben unserer Inszenierung des Sachsenmodells im smac ebenfalls sehr innovative Museumsprojekte in Wuxi, China und im norwegischen Technikmuseum in Oslo, sowie in der Porzellanwelt Leuchtenburg erfolgreich eröffnet wurden.

 

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