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Kleines ‚a‘ erobert Sachsen

Polyform_MiddelKatrin Middel von Polyform, Berlin. Im Hintergrund Logo und Marke des smac.

 

Das kleine ‚a‘ hat uns von Anfang an in seinen Bann gezogen. Es steht hauptsächlich für archäologie in der Marke smac des Staatlichen Museums für Archäologie Chemnitz. Außerdem benutzen wir es gern, um unseren Veranstaltungen einen Namen zu geben zum Beispiel a – wie aha, a – wie architektur oder a – wie apéritif.  Die Idee dazu stammt von der Berliner Agentur Polyform. Wir haben die Geschäftsführerin und Projektleiterin Kartin Middel gefragt, welche Aufgaben und Herausforderungen mit der Etablierung einer neuen Kulturmarke wie dem smac verbunden sind:

 

1. Liebe Frau Middel, Sie sind eine von vier Gesellschafter_innen der Agentur polyform. Erzählen Sie uns doch kurz, wie bei Ihnen alles anfing! Wofür steht polyform?

Das Büro gibt es schon seit 1999. Es wurde damals von Joachim Schumann, Karl Stark und Dietmar Götzelmann gegründet. Seitdem haben wir unser Büro am Rosenthaler Platz, allerdings in wechselnden Räumen. Ich bin 2012 in die Gesellschaft eingetreten. 2003 haben wir den Wettbewerb für das Erscheinungsbild und Leitsystem der Museumsinsel Berlin gewonnen, dieses auf insgesamt 25 Jahre angelegte Projekt hat für das Büro damals einen Wachstumsschub bedeutet, personell und räumlich. Heute haben wir uns als Agentur im Bereich Kunst und Kultur einen Namen gemacht. Wir arbeiten hauptsächlich für Museen, aber auch für den sozialen Bereich und Bildungseinrichtungen. Gemeinsam mit den Kunden entstehen Konzepte, die einfühlsam auf den Charakter einer Institution eingehen und so zu durchdachten individuellen Lösungen führen. Wir freuen uns, dass viele dieser Kunden so interessante Themen mitbringen und wir ihnen in der Herausarbeitung eines eigenständigen Profils helfen können.

 

2. Auf der Homepage Ihrer Agentur steht, dass Polyform „Erscheinungsbilder“ entwickelt. Was genau müssen wir uns darunter vorstellen?

Ein Erscheinungsbild bzw. Corporate Design ist ein Mittel zur Identitätsfindung eines Unternehmens, einer Einrichtung. In ihm drücken sich die Wertvorstellungen und das Selbstbild einer Einrichtung aus. Es beschreibt ein System von visuellen Elementen, das in seiner Gesamtheit die Unterscheidbarkeit eines Angebots gegenüber anderen kommuniziert. Hierzu gehören neben dem Logo in verschiedenen Erscheinungsformen die Schriften, Farben, Bildsprache, Layoutraster, Formate und sämtliche Anwendungen wie Flyer, Geschäftsausstattung, Website, aber auch Orientierungssysteme, Bewegtbilder etc. Es bildet zusammen mit dem Markenkern, dem so genannten Corporate Behaviour und der Kommunikationsstrategie die Identität einer Einrichtung.

 

3. Und das Erscheinungsbild des smac? Welche Ideen stecken hinter dem            kleinen ‚a’?

Für das smac haben wir ein modernes, frisches Erscheinungsbild entwickelt, das dem Anspruch des Museums gerecht wird, ein besucherorientierter Erlebnisort zu sein. Klare lebendige Farben, eine humanistische freundliche Schrift großzügige Bildformate, sowie der Claim „hier fängt alles an“ kommunizieren Offenheit und einen starken Bezug zur Gegenwart.

Das kleine a kommt natürlich aus der Abkürzung für das staatliche museum für archäologie chemnitz. Wir wollten den Schriftzug interessant gestalten und durch die Hervorhebung des kleinen ‚a’ das Thema Archäologie betonen. Daraus ergaben sich ziemlich schnell weitere Assoziationen, a – wie anfang, schließlich beschäftigt sich Archäologie mit der Suche nach den Ursprüngen, a – wie abenteuer, a – wie aktion, Themen die mit dem Museumerlebnis verknüpft sind. Schließlich war das kleine a so lebendig, dass es sich aus dem Schriftzug gelöst hat und eine eigene Identität angenommen hat. Das a – wie … bietet zahlreiche Möglichkeiten die Charaktereigenschaften des smac auf einzigartige Weise zu kommunizieren und die Marke smac zu stärken. In dieser Richtung bekommen auch die Angebote des Museums unverwechselbare Namen. Das ‚a‘ wird zum lebendigen Markenzeichen, das verschiedene Erscheinungsformen annehmen kann, ob plastisch, illustrativ, als Maske oder auch einfach als farbiger Buchstabe.

 

4. Was denken Sie, kann ein frisches Design die Wahrnehmung eines Faches, einer Wissenschaft verändern?

Wir hoffen es natürlich. Unser Ziel bei der Entwicklung der Markenidentität für das smac war es, das Haus als einen überraschenden Ort zu positionieren. Der Name smac – im Vorfeld der Entwicklung des Erscheinungsbildes noch mehr oder weniger Arbeitstitel – wurde von uns dankend angenommen, spiegelt er doch den Anspruch eines modernen, publikumsorientierten Museums wider. Kurz und einprägsam, ungewöhnlich und zugleich zugänglich gibt er bereits einen Vorgeschmack auf ein Archäologiemuseum der anderen Art.

Dem Claim „Kulturen entdecken – Geschichte verstehen“ stellen wir einen zweiten zur Seite. Ein Slogan, der sich auf unverwechselbare Art und Weise auf Inhalte des Archäologischen Museums bezieht und Lust macht, sich auf das Museum einzulassen: „Hier fängt alles an“.

Unser Erscheinungsbild bezieht sich natürlich auf das Museum, den Ort, wo Archäologie einem breiten Publikum nahe gebracht werden soll. Die moderne und spannende Ausstellungsgestaltung verändert ja auch die Wahrnehmung der Archäologie. Viele Besucher verlassen das Haus mit dem Eindruck, dass sie sich das Thema nicht so interessant vorgestellt haben. So gesehen verfolgen Ausstellung und Erscheinungsbild im Grunde das gleiche Ziel. Aber natürlich bedarf es darüber hinaus auch weiteren Impulsen, um das Image einer Wissenschaft nachhaltig zu verändern.

 

5. War es für Sie eine Herausforderung, die archäologischen Inhalte mit einem passenden Design zu verbinden, zum Beispiel für die Gestaltung des Begleitbuchs und der Homepage, die seit kurzen online ist?

Es war uns von Anfang an wichtig, durch das Design einen neuen Zugang zu eröffnen, eine andere Perspektive auf das Thema zu geben. Deshalb lag gerade der Reiz darin, die Inhalte, vor allem Abbildungen der Exponate mit der modernen Typografie und Farbwelt zu verknüpfen. Im Kontrast liegt die Überraschung und die Möglichkeit zur Entdeckung.

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