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Das berühmte Wasserpuppentheater von Vietnam

von Phan Phuong Uyen

Wasserpuppentheater

Installation des Wasserpuppentheaters in der Ausstellung „Schätze der Archäologie Vietnams“ im smac ©smac/Karla Mohr

Für meinen Blogbeitrag über die Sonderausstellung „Schätze der Archäologie Vietnams“, habe ich mich für das berühmte Wasserpuppentheater von Vietnam entschieden.

 

Als kleines Kind war ich schon bei einem Wasserpuppentheater im Dorf von meiner Oma. Schon damals fand ich es spektakulär. Doch was kann man sich unter dem Begriff „Wasserpuppentheater“(vietnamesisch: Múa rối nước) vorstellen?

Beim Wasserpuppentheater spielt das ganze Theaterstück auf einem großen Wasserbecken. Die bis zu 70 cm großen Puppen, die an 3m bis 4m langen Stäben befestigt sind, werden von Marionettenspielern geführt. Die Akteure stehen in hüfthohem Wasser hinter einem Bambusvorhang, damit sie nicht gesehen werden können. Mit den Fäden werden die Gliedmaßen der einzelnen Puppen bewegt. Dadurch, dass man die langen Stäbe und die Puppenspieler nicht sehen kann, sieht es so aus, als würden die Puppen auf dem Wasser laufen. Die Wasserpuppen bestehen aus Feigenholz und werden handgeschnitzt, selber bemalt und lackiert. Es steckt ganz schön viel Arbeit hinter so einer Puppe und obwohl sie auch sehr sorgfältig behandelt werden, müssen sie nach ca. 4 Monaten ersetzt werden.

Sonderausstellung "Schätze der Archäologie Vietnams" (31.03.-20.08.2017) © smac | Foto: Mark Frost

Sonderausstellung „Schätze der Archäologie Vietnams“ (31.03.-20.08.2017) © smac | Foto: Mark Frost

Das Wasserpuppentheater wurde während der Monsunzeit erfunden und die Kunstform reicht bis in das 11. Jahrhundert zurück. Die Kunst des Wasserpuppentheaters wurde jedoch nur in der Familie weitergegeben und wäre deshalb beinah vergessen worden. Im 17. und 18. Jahrhundert wurden die Theaterstücke vor allem bei Tempelfesten und königlichen Höfen aufgeführt. Es war außerdem üblich, dass in einem großen Dorf im Mittelpunkt eine kleine Pagode steht und daneben ein Wasserpuppentheater.

Während einer Aufführung werden bis zu 17 Szenen gezeigt, die den Alltag, verschiedene Sagen oder Legenden darstellen sollen. Dabei werden bis zu 100 Puppen genutzt. Bei einer Vorführung kann man nicht nur Menschen sehen, sondern auch verschiedene Tiere und die vier berühmten heiligen Tiere: Long (Drache), Ky Lan(das chinesische Einhorn mit einem Drachenkopf, Ochsenhufen und Fisch- bzw. Drachenschuppen), die Schildkröte und den Phönix. Meistens spielt auch das Element Wasser eine große Rolle. Man sitzt nicht vor einem stillschweigenden Theater, sondern die Vorstellungen werden von einem kleinen Orchester mit traditionellen Instrumenten begleitet. Doch man hört nicht nur die Instrumente, sondern auch die Stimmen der Marionettenspieler, die den Puppen ihre Stimme geben.

Wenn ich jetzt euer Interesse geweckt habe, könnt ihr eine Aufführung in Hanoi oder Saigon euch ansehen. Das Thang Long Theater am Hoan Kiem-See in Hanoi, ist heute das bekannteste Wasserpuppentheater in ganz Vietnam. Wenn aber gerade keine Vietnamreise geplant ist, könnt ihr euch auch in der derzeitigen Sonderausstellung einige Wasserpuppen ansehen. Es wird sogar ein kleiner Film gezeigt, wo man sehen kann wie die Wasserpuppen hergestellt werden, wie es hinter den Kulissen aussieht und es werden auch einige Szenen aus einem Wasserpuppentheaterstück gezeigt. Ihr könnt euch sogar fünf vietnamesische Legenden anhören.

Es lohnt sich also, einen Besuch bei der Sonderausstellung über Vietnam!

 

Literaturverzeichnis:

http://www.geo.de/reisen/community/reisebericht/412100/1/Wasserpuppentheater (zuletzt besucht: 26.04.17)

http://www.vietnam-reise.net/wasserpuppentheater/ (zuletzt besucht: 26.04.17)

https://weltreisender.net/kunst-wasser-6713/ (zuletzt besucht: 26.04.17)

http://vovworld.vn/de-DE/Kulturreport/Fabeltiere-in-der-vietnamesischen-Kultur-und-Architektur/166855.vov (zuletzt besucht: 26.04.17)

http://www.vietnam-traveltips.com/hanoi_die__hauptstadt_von_vietnam.html (zuletzt besucht: 26.04.17)

http://wikitravel.org/de/Hanoi (zuletzt besucht: 26.04.17)

Sonderausstellung SMAC „Schätze der Archäologie Vietnams“

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