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Alle Erinnerungsstücke

Das Projekt Erinnerungsstücke begleitet die Sonderausstellung Tod & Ritual und zeigt die großen und kleinen Dinge, die uns an verstorbene liebe Menschen erinnern. Mehr Informationen und eine herzliche Einladung ein Teil des Projektes zu werden, gibt es hier.

In diesem Beitrag sammeln wir alle Erinnerungsstücke und stellen sie nach und nach vor.

Grubenlampe

001 | Grubenlampe (Foto © Annelie Blasko| smac)

Die Grubenlampe erinnert an meinen Großvater Günther (1930–2000), der als Bauleiter am Bau verschiedener Talsperren in Sachsen und Thüringen beteiligt war, darunter Pöhl und Eibenstock. Weil bei der Konstruktion der Talsperre Pöhl für einen Tunnel bergbauliche Grabungen erforderlich waren, erinnern heute noch in der Wohnung meiner Großmutter verschiedene Bergbauwerkzeuge als Wandschmuck an diese Zeit. Die Grubenlampe hat seit einem Jahr ihren Platz in meinem Wohnzimmer gefunden und erinnert mich täglich an seine genaue und bedachte Art, für alles eine Lösung zu erdenken.

Annelie Blasko

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Edelsteine

002 | Edelsteine (Foto © Annelie Blasko| smac)

Diese Edelsteine erinnern an meinen Bruder, der begeisterter Sammler war. Neben Edelsteinen hat er außerdem Modelleisenbahnen gesammelt. Die Ergebnisse dieser Leidenschaft befinden sich seit seinem Tod zum Großteil bei mir.

Kerstin Uhlig

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Kettensäge

003 | Kettensäge (Foto © Annelie Blasko| smac)

Diese Stihl Kettensäge ist 1978 mit meiner Oma Hanni aus der BRD in die DDR eingereist. Sie stammt von meinem Urgroßvater Max, zu dessen 72. Geburtstag meine Oma ausreisen durfte, natürlich nur allein. Umso größer war die Freude am Bahnhof bei meinem Großvater Günter, der nicht nur seine Frau sondern auch die Kettensäge in Empfang nehmen konnte. Ihm gehörte sie bis zu seinem Tod am 08.06.2017, nun bewahre ich sie auf.

Robert Brunner


Taschenuhr

004 | Taschenuhr (Foto © Annelie Blasko| smac)

Diese Uhr ist ursprünglich von meinem Großvater väterlicherseits (Hans Schmidt), der seit
27 Jahren verstorben ist. Wie alt die Uhr genau ist, wissen mein Vater und ich nicht, nur, dass sie über 80 Jahre alt sein muss. Bisher bewahrte mein Vater, der die Uhr geerbt hat, sie zusammen mit anderen Schmuckstücken wie Manschettenknöpfe auf. Nachdem sie nun an mich weitergegeben wurde, wird sie in einer Vitrine bei mir zu Hause gezeigt.

Manuela Schmidt


Teddy

005 | Teddy (Foto © Annelie Blasko| smac)

Dieser Teddy stammt ca. von 1940, eventuell auch früher und gehörte dem Opa meines
Sohnes Tim. Als Tim etwa zwei Jahre alt war, wurde der Teddy immer ehrfürchtig bei Oma
und Opa in der Vitrine bestaunt und wenn der Opa in großen Abständen zugestimmt hat,
dann durfte Tim ihn im Arm halten. Die Freude war natürlich groß. Der Teddy war immer der Erste, der begrüßt wurde, wenn Tim Oma und Opa besuchte. Diesen Teddy hat unser Opa Tim geschenkt, als er merkte, dass es gesundheitlich mit ihm nicht mehr gut bestellt war. Eine Bedingung gab es: Der Teddy wird gut behandelt und niemals verkauft. Natürlich ist das für uns selbstverständlich. Seither hat Opas Teddy einen Ehrenplatz bei uns.

Yvonne Mack


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006 | Erkennungsmarke und Pass (Foto © Annelie Blasko| smac)

Diese Wehrpässe und die Erkennungsmarke stammen von meinem Urgroßvater Karl Anke
(1912–1999). Von beiden Weltkriegen gibt es unterschiedliche Erinnerungsstücke, die innerhalb der Familie weitergegeben werden, denn wie mein Vater interessiere ich mich sehr für die Familiengeschichte. Von einigen Stücken kennen wir jedoch die genauen Umstände nicht, weil das Thema Krieg nie sonderlich offen besprochen wurde. Die Stücke besitzen dennoch einen großen Wert für mich und erinnern mich an den Mann, der mir – wie es mein Vater ihm versprochen hat – meinen zweiten Vornamen vererbt hat.

Erik Karl Friedrich Kautz


Badeengel-1

007 | Badeengel (Foto © Annelie Blasko| smac)

Diese Figur stammt von meiner Großmutter Dora (1911 – 1998), welche mit uns im gleichen Haus wohnte, als ich Kind war. Sie erinnert mich an die vielen Stunden, die wir in ihrer behaglichen Wohnküche verbrachten, Plätzchen buken, Äpfel für Apfelmus kleinschnitten oder „lichtelten“, während sie von ihrer Zeit als „Zugehfrau“ berichtete. Die Porzellanfigur – auch Badeengel genannt – stammt aus dem 19. bzw. frühen 20. Jahrhundert und ist eine Art Vorgänger der Badewannenbarbie; eine Puppe, die Kinder mit ins Wasser nahmen. Durch das Loch am Rücken schwimmt sie. Kaum vorstellbar, so zerbrechlich wie sie ist.

Kathrin Schulz


Boehme

008 | Schallplatte “Misa Criolla” und Bild des Vaters (Foto © Annelie Blasko| smac)

Die Misa Criolla – die „Kreolische Messe“ – des argentinischen Komponisten Ariel Ramírez ist für mich unverbrüchlich mit meinem Vater (1933–2005) verknüpft. Die Musik dieser Schallplatte erfüllte nahezu jedes Wochenende meiner Kindheit das Wohnzimmer. Mein Vater begleitete sie am Klavier und tat so, als sänge er die Soli. Musik war für meinen Vater das Ventil für seine Gefühle. Die Misa Criolla deckt von christlich-pathetisch („Kyrie“) bis himmelschreiend beschwingt („Gloria“) sämtliche Stimmungen ab. Wir haben zur Beerdigung meines Vaters diese Schallplatte gespielt.

Jutta Boehme


Taschenmesser

009 | Taschenmesser (Foto © Annelie Blasko| smac)

Das Taschenmesser erinnert an meinen Großvater Hansi, der dieses als Bauer für vielerlei Tätigkeiten im Arbeitsalltag nutzte. Als kleines Kind war ich davon fasziniert, wahrscheinlich auch weil ich es natürlich nie nutzen, maximal im geschlossen Zustand in die Hände nehmen durfte. Das Öffnen und Schließen war durch einen Sicherheitssplit auch gar nicht so einfach. Auch heute noch erinnert mich das Taschenmesser an meinen Opa, mein damaliges Vorbild und wie gefährlich doch der Umgang mit so einem kleinen Gegenstand sein könnte bzw. was in diesem Alleskönner noch heute steckt.

Tino Kretzschmar

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