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smactikum : Hannah Arnold

Unsere Kollegen im LWL Museum für Archäologie in Herne haben eine schöne Tradition; dort werden Praktikanten gebeten, zu einem Stück aus der Ausstellung einen Gastbeitrag im Blog zu verfassen. Weil wir das für eine tolle Sache halten, wollen wir auch unsere Praktikanten dazu einladen, ihren Blick auf das smac zu schärfen und fragen neben dem Lieblingsstück auch nach dem Lieblingsort im Museum. Den Anfang machte Selena. Nun ist Hannah an der Reihe

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Schülerpraktikantin Hannah Arnold vor unserer Besucherwand in der Sonderausstellung Tod & Ritual | © smac , Annelie Blasko

Die Reise ins Jenseits

Mein Name ist Hannah. Ich bin 14 Jahre alt und absolviere hier im smac mein Schülerpraktikum im Bereich Presse- und Öffentlichkeitsarbeit der Sonderausstellung „Tod und Ritual“. Heute will ich euch das ägyptische Totenbuch vorstellen, eines meiner Lieblingsstücke der Ausstellung.

Im zweiten Raum liegt das Totenbuch (eine lange Papyrusrolle, ca. 1186-940 v.Chr.) in einer Vitrine. Darunter befindet sich eine große Informationstafel, die die Symbole des Buches erläutert.

Zuerst ist der Tote selbst dargestellt. Jeder reiche Ägypter hat sich zu Lebzeiten so ein Buch mit seiner Figur anfertigen lassen, um sich später im Übergangsstatus zwischen den Welten vor den Monstern der Unterwelt zu schützen. Die ärmeren Menschen konnten sich kein solches Buch leisten und starben  in Angst und Schrecken vor dem, was sie im Jenseits erwartete.

Der Leichnam wird nach der Anbetung des Osiris durch Horus und Anubis mumifiziert, bzw. symbolisch wieder hergestellt.

Der Tote (hier ist es Anch-ef-en-Amun) befindet sich auf dem nächsten Bild bei der Seelenwägung. Damit ist gemeint, dass sein Herz auf die eine Seite der Waage und eine Feder der Maat (Göttin der Gerechtigkeit) auf der anderen Seite abgelegt werden. Ist sein Herz genauso schwer wie die Feder, hat er ein untadeliges Leben geführt. Wenn es schwerer ist, hat er sich was zu Schulden kommen lassen und wird von Ammit (ein „Krokodil-Löwen-Nilpferd“) verschlungen.

Papyrus, Totenbuch des Ansch-ef-en-Amun

Ausschnitt aus dem Totenbuch | Bildrecht/Leihgabe: Skulpturensammlung, Staatliche Kunstsammlungen Dresden

Wenn er diese Prüfung bestanden hat, bringt Sonnengott Ra den Toten zu Osiris, dem Gott der Unterwelt. Dieser gewährte ihm endgültigen Eintritt in das Reich der Toten. Dort gibt es keine Ängste, Sorgen oder Wut. Anch-ef-en-Amun muss allerdings arbeiten. Er wird für den Rest seines Daseins zusammen mit den anderen Toten ein riesiges Feld Getreide bestellen.

Anderen reichen Ägyptern wurden kleine Figürchen aus Ton oder Stein, die sogenannten Uschebtis, mitgegeben. Diese sollten im Jenseits für ihren Herrn arbeiten, zum Beispiel Wünsche von Osiris erfüllen oder die Felder bestellen. Aber nicht jeder konnte so großes Glück haben, gnädige Hinterbliebene zu haben, die das Grab mit Uschebtis bestückten. Anch-ef-en-Amun ist leider ganz auf sich allein gestellt.

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Hannah in der Sonderausstellung Tod & Ritual | © smac , Annelie Blasko

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