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Zeugnisse im smac

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Die Klasse 5b der Oberschule Lichtenau mit Lehrerin Birgit Raddatz | © smac, Annelie Blasko

Als Verwaltungsmitarbeiter des smac sitzen wir hoch oben in der 5. Etage des ehemaligen Kaufhaus Schocken. Kommt eine Schulklasse in unser Museum, hören wir sie aber – trotz geschlossener Fenster –  bereits bei der Ankunft vor dem Gebäude. Der Besuch der Klasse 5b aus der Oberschule in Lichtenau am letzten Schultag vor den Winterferien war etwas Besonderes.

Schulklassen haben wir grundsätzlich recht häufig im smac; die 5b aber brachte eine große Waschwanne voller sorgsam eingepackter Kostbarkeiten. Gold brachten sie nicht (schade!), dafür aber die Ergebnisse ihres Geschichtsunterricht-Projektes “Historische Fundstücke”. Lehrerin Birgit Raddatz hatte bei einem ihrer Besuche im smac die Mini-Ausstellung Erinnerungsstücke gesehen, die die Sonderausstellung Tod & Ritual noch bis zum 21.05. begleitet, und gleich an ihre Schüler gedacht.

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Ein absolutes Schmuckstück: die Kamera von 1930 | © smac, Annelie Blasko

Für ihr Projekt sollten sie auf die Suche nach Stücken gehen, die innerhalb der Familie weitergegeben wurden oder durch einen Zufall aus alten Zeiten erhalten geblieben sind. In selbst verfassten Texten konnten sie außerdem ihre Beziehung zu den Stücken erläutern. So kamen rührende und lustige kleine Exponatbeschreibungen zusammen – perfekt geeignet für unsere Ausstellung, fand Birgit Raddatz und natürlich: wir auch.

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Selbst eine Vitrine im Museum bestücken: aufregend! | © smac, Annelie Blasko

Ganz sorgfältig haben wir die Stücke aus der Waschwanne ausgepackt und mit Handschuhen vorsichtig den Beschreibungen zugeordnet. Für die richtige Präsentation dienten kleine Plexiglaspodeste und Stützen für die Bücher; im Museum muss an allerhand gedacht werden. Alles ordentlich ausrichten und die Staubkrümel aus den Vitrinen putzen, dann kann die schwere Glashaube wieder auf den Sockel gehoben werden.

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Auch wichtig: dokumentieren | © smac, Annelie Blasko

Und danach: alles für die Ewigkeit festhalten. Viele Schüler hatten ein Handy dabei und haben eifrig dokumentiert. So einen Geschichtsunterricht gibt es schließlich auch nicht jeden Tag. Auch die Presse war vertreten und so sind alle am Schluss für ein Gruppenbild zusammengerückt. Und zwar wie das in diesem Alter ganz natürlich zu sein scheint: fein säuberlich nach kleinen Damen und Herren getrennt (s.o.).

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Alles bestückt | © smac, Annelie Blasko

Nachdem die Vitrinen verschlossen waren, sind die Schüler mit ihrer Lehrerin noch durch die 1. Etage unserer Dauerausstellung gegangen und haben sich Notizen für ihren Unterricht gemacht – etwas Schulstoff muss eben auch kurz vor den Ferien sein und schließlich vergeht die Zeit ja auch viel schneller, wenn man zur Abwechslung mal durch Exponate streift und nicht im Klassenzimmer sitzt. Dann wurde es nochmal ernst. In unserem Museumspädagogikraum gab es zum krönenden Abschluss die Halbjahreszeugnisse für die Schüler. Zum Glück mit reichlich Süßigkeiten, um den Schreck zu überwinden (oder den eigenen Erfolg zu feiern). Nachdem jeder sein Zeugnis erhalten hatte, hieß es Auf Wiedersehen sagen und jeden Stift und Ranzen wieder seinem Besitzer zuzuordnen. Mit erleichterten Gesichtern rauschte die 5b wieder aus unseren Türen hinaus in die Ferienwelt und wir blieben in der Stille der 5. Etage zurück. Fast zu still.

Noch bis Mitte April zeigen wir die Stücke der 5b bei uns im Foyer. Der Zugang zur Ausstellung und zum Foyer ist kostenfrei. Auf unseren Social-Media-Kanälen bei Facebook, Twitter und Instagram und natürlich hier auf dem Blog stellen wir die Fundstücke bis April nach und nach vor.

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Alles gerade? smac-Techniker Alexander Windisch prüft lieber nochmal | © smac, Annelie Blasko

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