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„Stell dir vor, Stadt findet statt und keiner kommt!“

Die Sonderausstellungsebene im Modell. Jedes Jahr entsteht hier eine völlig neue Ausstellung. Erstmals sind Freiräume für Partizipation geplant. | © smac, Annelie Blasko

Das Schöne an der Arbeit in einem Museum wie dem smac ist die stetige Veränderung. Mit jeder neuen Ausstellung kommen neue Farben, Objekte, Mitarbeiter*innen und Geschichten. Weil uns das aber noch nicht reicht, wird die Sonderausstellung „Stadt“ (Ende 2020/Anfang 2021) erstmals einen Schritt weiter gehen und (Frei-)Räume schaffen, für Farben, Objekte, Mitarbeiter*innen und Geschichten, die wir nicht selbst bestimmen. Der Gedanke dahinter ist einfach: so wie die Stadt selbst ein Ort der Begegnung ist, muss eine Ausstellung zum Thema verschiedene Perspektiven AUF Stadt und die Menschen, die darin leben, bieten.

„Wenn keiner kommt, bleibt die Fläche leer! Auch in der Stadt gibt es Brachen…“

Und so hat es im Juni 2019 einen Aufruf gegeben, Teil der Ausstellung zu werden. Menschen aus ganz Sachsen waren eingeladen, ihre Sicht einzubringen und selbst Ausstellungsmacher*in zu sein. Einzige Vorgabe: die Idee muss „ausstellbar“ sein. Um einen wirklichen Gegenpol zur wissenschaftlichen Herangehensweise zu setzen, wurde auch die Bewertung und Auswahl der Ideen ausgelagert: eine Jury aus unterschiedlichen Menschen, die Perspektiven aus der Stadtgesellschaft vertreten, wurde zusammengestellt.

Dazu wundern verschiedene Gruppen, Initiativen und Vereine angesprochen. Sie sollten passende Kandidaten vorschlagen, die sie für die Jury empfehlen würden. So entstand unsere fünfköpfige Stadtjury, die vor zwei Wochen getagt und 38 eingereichte Beiträge besprochen hat.

Die Jury bei der Arbeit | v.l.n.r. Frank Feuerbach, Moderatorin Doris Hofmann, Moderator Dirk Sorge (verdeckt), Elke Koch, Thomas Drechsler, Anja Lippmann. | © smac, Katja Manz

Die wissenschaftlichen Mitarbeiter des smac-Teams der Ausstellung Stadt sind vor Neugier zwar fast vergangen, mussten aber draußen bleiben 😉 Einzig ein Mitarbeiter aus einem anderen Bereich des smac und eine studentische Praktikantin waren zur Unterstützung als Moderatoren anwesend.

Es ist eine Unsicherheit, nicht zu bestimmen, was Teil der Ausstellung sein wird. Es ist aber auch eine Chance, die übliche Blase der Museumsmacher zu verlassen und das Potential einer fremden Perspektive zu nutzen.  

Aus 38 Vorschlägen wurden 5 Gewinner gewählt. | © smac, Annelie Blasko

Für die Jurymitglieder ist es ein Einblick in die Entstehungsprozesse einer Ausstellung. Die finalen Projekte wurden über eine Vorauswahl und eine Punktevergabe durch jedes Jurymitglied ermittelt. Wir stellen sie im zweiten Teil dieses Beitrags in Kürze hier auf dem Blog vor.

Im nächsten Schritt werden die Gewinner*innen nun ins smac eingeladen und können so das Kurator*innenteam kennenlernen. Für die Ausstellungsplanung werden die Ideen besprochen und im Konzept der Ausstellung verortet. Einige der Projekte nehmen erst in den nächsten Monaten Form an, Objekttexte werden die Ideengeber selbst schreiben. Ein spannender Prozess, den wir hier begleiten werden.


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