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Das Museum für alle (?)

Das smac auf dem Prüfstand für den Internationalen Museumstag 2020

Am 17.05.2020 ist der internationale Museumstag. Dieses Jahr lautet das Motto dieses Tages: „Das Museum für alle: Museum für Vielfalt und Inklusion.“ In Kooperation mit vom Klub Solitaer e. V. kuratierten Künstler*innen und vielfältigen Gruppen möchten wir daher einen kritisch-konstruktiven Blick auf unsere eigene Dauerausstellung richten.


16 Menschen aus der Stadt begehen von März bis Mai 2020 kritisch die Dauerausstellung des smac | © smac, Annelie Blasko

Im Leitbild des smac haben wir festgehalten: „Unser Ziel ist Barrierefreiheit, Inklusion und Partizipation, damit unser Haus ein Museum für Alle wird“. Seit unserer Eröffnung im Mai 2014 arbeiten Mitarbeiter*innen unseres Hauses kontinuierlich daran, sichtbare und unsichtbare Barrieren abzubauen und inklusive Ausstellungen und Programme zu entwickeln sowie die bestehenden Angebote zu verbessern. Das sind größere Projekte, wie die Installation eines Leitsystems und kleinere, wie die Suche nach einer Halterung für einen Blindenstock.

Im Juni 2018 kam dann das Projekt Change the smac im Rahmen des „360° – Fonds für Kulturen der neuen Stadtgesellschaft“ der Kulturstiftung des Bundes hinzu, dessen Fokus die diversitätsbezogene Öffnung von Kultureinrichtungen ist. Ein Museum für (wirklich) Alle sein zu wollen, ist eine echte Herausforderung. Menschen haben unterschiedliche Bedürfnisse und Vorstellungen an unser Haus: einige davon können sich ergänzen, andere schließen sich jedoch auch gegenseitig aus.

Der Anspruch unseres Leitbildes ist so mit sehr viel Arbeit, Abwägungen, Fehlern und Lernprozessen verbunden. Wir müssen vor allem herausfinden, was die Wünsche, Vorlieben und Bedürfnisse der Besucher*innen sind. Was funktioniert gut in der Ausstellung? Wo gibt es Probleme beim Verständnis oder beim Zugang? Welche Themen sollten vertieft werden? Bei welchem Ausstellungsstück erschließen sich Relevanz oder die Wichtigkeit nicht?

Auf Tuchfühlung mit dem Wolf | © smac, Annelie Blasko

Warum darf nur eines der Tiere auf der Etage berührt werden und alle anderen nicht?

(berechtigte Frage aus der Gruppe)

Für den internationalen Museumstag 2020 haben wir daher nach einer vielfältigen Gruppe von Menschen gesucht, welche uns durch konstruktive Kritik auf mögliche Probleme und Barrieren in unserer Dauerausstellung aufmerksam machen sollen und vielleicht schon erste Verbesserungsvorschläge bieten können. Die 16 freiwilligen Kritiker*innen bearbeiten dabei von März bis Mai 2020 in vier Gruppen die Themenbereiche: Sprache, Relevanz/Interesse, Bewegung und Wahrnehmung. Diese Punkte sind wichtig, damit sich alle Besucher*innen in einem Museum wohlfühlen können und Zugriff auf die Angebote in einer Ausstellungen haben, die sie interessieren. Es sind auch die Punkte, mit denen sich  Ausstellungsmacher*innen bei der Planung direkt und indirekt beschäftigen, z.B. bei der Auswahl der Ausstellungsstücke, der Art der Informationen und der baulichen Gestaltung.

Wo ist Platz, wo gibt es Barrieren? Unterwegs in der Dauerausstellung
| © smac, Annelie Blasko

In den Gruppen können folgende Fragen diskutiert werden:

  • Wo hätte ich gerne mehr Informationen? In welcher Form brauche ich die Informationen?
  • Wo komme ich gar nicht hin? Was ist im Weg?
  • Wo in der Ausstellung fühle ich mich wohl?
  • Was verstehe ich nicht?

Das Ziel ist, möglichst viele Informationen, Kritik und Lösungsvorschläge zu sammeln, um zukünftig die Ausstellungen zu verbessern und dem großen Ziel näher zu kommen, ein Museum für Alle zu sein.

3 Gebärdendolmetscherinnen begleiten die Gruppe und übersetzen für die Teilnehmer*innen
| © smac, Annelie Blasko

Am 17.05.2020 sollen dann auch unsere Besucher*innen die Möglichkeit bekommen, uns ihre Vorstellungen und Wünsche mitzuteilen. Vielleicht sehen sie aber auch, dass ein selbstverständlicher Zugang für einen Menschen ein Hindernis für eine andere Person sein kann. Um die vier Themenfelder in der Ausstellung sichtbar zu machen, arbeiten wir mit dem Klub Solitaer e. V. zusammen, welcher vier Künstler*innen kuratierte, um künstlerische Interventionen in unserer Dauerausstellung umzusetzen. Dies geschieht mit unterschiedlichen künstlerischen Mitteln und Darstellungsformen.

Den Klub Solitaer e.V. und die beteiligten Künstler*innen stellen wir im nächsten Blogbeitrag zum Projekt vor.

In Kooperation mit:

https://www.klub-solitaer.de/

Gefördert im Programm 360° – Fonds für Kulturen der neuen Stadtgesellschaft

https://www.360-fonds.de/

Text: Attila Bihari

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