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Zarte Schale…

Kuratorinnen und ihre Lieblingsobjekte der aktuellen Sonderausstellung LEBEN AM TOTEN MEER.

Yvonne Schmuhl und ihre Lieblingsobjekte in der Ausstellung | © smac, Tina Michel

„Was diese Töpfer konnten, schafft heute kaum noch jemand.“

Das Zitat stammt von einer Töpferin, die bei einer gemeinsamen Runde durch die Ausstellung bei drei – auf den ersten Blick – unscheinbaren nabatäischen Schalen begeistert stehen blieb.

Ein Wunder, dass die zerbrechlichen Schalen erhalten blieben. | © smac, Tina Michel

Die Nabatäer waren südlich vom Toten Meer lebende Araber, die bereits früh erkannten, dass mit dessen Ressourcen gute Geschäfte zu machen waren. Der griechische Geschichtsschreiber Diodor beschreibt sogar eine Auseinandersetzung im 4. Jahrhundert v. Chr. zu Wasser zwischen Griechen und Nabatäern um den auf dem Salzsee schwimmenden Asphalt. Später, in römischer Zeit, trieben die Nabatäer in der Gegend Handel oder verdingten sich als Söldner. Überall dort, wo sie waren, hinterließen sie ihre mit einfachen pflanzlichen Motiven in Brauntönen bemalte Keramik.

Das Außergewöhnliche an den Schalen aber sind ihre hauchdünnen Wände. Die Fingerfertigkeit der Töpfer war enorm und erforderte viel Übung: Die Scheibe durfte nicht zu schnell drehen, der Ton musste mit gemahlenen Bestandteilen aus gebranntem Ton wegen der Standfestigkeit gemagert sein und gebrannt wurde bei über 1000 °C.

Erst bei näherer Betrachtung sieht man die Meisterleistung | © smac, Tina Michel

Den großartigen Töpfern der Nabatäer sei hiermit etwas Anerkennung gezollt!

Yvonne Schmuhl
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2 Gedanken zu „Zarte Schale…

  1. Hans Hankel sagt:

    „ Grosse „ Anerkennung den nabatäischen Töpfern !!
    Ich erinnere mich an die erste Begegnung mit seltenen bemalten nabatäischen Keramikfragmenten in der Ein Gedi Excavation und meine Begeisterung .
    Eine damalige schweizer Volontärkollegin fand ausserhalb der Grabung auf dem Weg ein grösseres bemaltes Fragment und ich war richtig eifersüchtig!
    Jahre später schickte sie mir eine Replik einer Schale die sie in einer Basler Ausstellung fand.

    • Annelie Blasko sagt:

      Tja, manachmal gibt es große Emotionen eben auch wegen ein paar sehr alter Scherben 🙂

      Wie schön, dass Sie diese Geschichte mit uns teilen. Sie sollten wirklich ein paar Erinnerungen für unser Blog niederschreiben, unser Angebot steht!

      Herzliche Grüße aus dem smac
      Annelie Blasko

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