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Grabungseinblicke am Toten Meer

In Zeiten von Corona ist es nicht immer leicht, mit unseren Besucher*innen in Kontakt zu bleiben. Umso schöner ist es, wenn unser Blog das ermöglicht. Die Serie über Lieblingsobjekte der Kuratorinnen von “Leben am Toten Meer” hat unseren Leser Hans Hankel genau dorthin zurückversetzt. In En-Gedi hat er viele Jahre lang als ehrenamtlicher Grabungshelfer mit ausgegraben. Dank seiner Fotos können wir einen Blick hinter die Kulissen werfen. Er schrieb uns “hier für Sie einige Bilder unserer wunderbaren und auch immer abenteuerlichen Grabung”. Der Text, der folgt, stammt von Museumschefin Dr. Sabine Wolfram, Kuratorin der Ausstellung.

Persönliche Eindrücke von den Ausgrabungen in En-Gedi | Foto: Hans Hankel

Seit 1949 die erste Aufnahme von Bodendenkmälern in der Oase En-Gedi war, finden dort immer wieder Ausgrabungen statt. Untersucht wurden ein chalkolithischer Tempel, das eisenzeitliche Tel Goren und die römisch-byzantinische Siedlung. Voraussetzung für die Besiedlung waren die zahlreichen Quellen (En/Ein=Quelle), die den Anbau von Dattelpalmen und Balsamsträuchern ermöglichten.

Wo sich Quellen finden, kann gesiedelt werden in der lebensfeindlichen Umgebung
am Toten Meer | Foto: Hans Hankel

In den antiken Quellen wird das römisch-byzantinische Dorf als ‚ein sehr großes Dorf von Juden‘ bezeichnet. Die Besiedlung beginnt im 1. Jahrhundert v. Chr. und endet Ende des 6./Anfang des 7. Jahrhunderts. Herausragend sind die Befunde des spätrömischen-byzantinischen Dorfes (2. – 6. Jahrhundert) mit einer Synagoge, Wohn- und Geschäftsquartieren. Die Ausgrabungsstelle ist für die Öffentlichkeit zugänglich und ein Muss für Reisende an das Tote Meer!

Blick über das byzantinische Dorf En-Gedi, das in den letzten Jahren ausgegraben, konserviert und der Öffentlichkeit zugänglich gemacht wurde | Foto: Hans Hankel

Seit einigen Jahren finden im römisch-byzantinischen Dorf unter der Leitung des Archäologen Dr. Gideon Hadas aus dem Kibbuz En-Gedi Ausgrabungen statt. Unterstützt wird er dabei durch ein internationales Team von ehrenamtlichen Helfern. Darunter Hans Hankel, der unseren blog aufmerksam verfolgt und uns eine Reihe von Fotos zugeschickt hat, die einen Eindruck von der Grabung vermitteln. Die möchten wir unseren Lesern nicht vorenthalten.

PS: Gideon Hadas ist auch Autor im Katalog „Leben am Toten Meer“. Der Katalog kann hier bestellt werden

SABINE WOLFRAM

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