Zurück

Das Museum für alle (?) – Beginn und Fortsetzung

Das Projekt geht weiter, mit neuen Terminen

Vor der Schließung unseres Museums auf Grund des Coronavirus berichteten wir hier über unser Projekt zum Internationalen Museumstag 2020. Nach dem ersten Treffen der Gruppen, wollen wir in diesem Beitrag erste Ergebnisse vorstellen und wie das Projekt weitergehen soll.

Das Projekt soll möglichst bald fortgeführt werden | © smac, Annelie Blasko

Die Grundidee des Projektes ist es, dass sich vier Gruppen mit den Punkten Sprache, Relevanz/Interesse, Bewegung und Wahrnehmung beschäftigen und aus vielfältigen Perspektiven unsere Ausstellung unter die Lupe nehmen. Unsere Museumsmitarbeiter*innen dokumentieren die Vorschläge, Kritik und das Lob mit Audioaufnahmen und sammeln Möglichkeiten, wie wir als Museum zukünftig noch vorhandene, sichtbare und unsichtbare Barrieren abbauen können und dem Ziel näher kommen, ein Museum für alle zu sein.

Die konstruktive Kritik und die bisherigen Vorschläge unserer 16 Teilnehmer*innen bezogen sich sowohl auf die Inhalte des Museums, aber auch auf die Ausstattung der Dauerausstellung und einzelne Objekte und Modelle.

Wüssten Sie zum Beispiel auf Anhieb, was „Silex“ ist?
(Es ist Feuerstein, auch Flint genannt)

Ein Schwerpunktthema bei den ersten Gruppenbegehungen war die Möglichkeit für Kinder, kleinere Personen oder Menschen im Rollstuhl an Informationen oder Modelle herankommen zu können und eine komplette Übersicht über die Angebote der Ausstellung zu erhalten. Wie können beispielsweise Monitore so platziert werden, dass sie für alle Menschen bedienbar sind und wie erreicht man es bei Modellen, dass sie von allen Seiten betrachtet werden können? Diese Fragen und Vorschläge zeigen besonders deutlich, dass eine Veränderung nicht nur für eine bestimmte Gruppe von Menschen geeignet ist, sondern dass vom Abbau bestimmter Barrieren alle profitieren können.

„Manches ist einfach viel zu hoch oder halt viel zu niedrig.“ – Eine Teilnehmerin
| © smac, Michael Jungblut
 

Doch wie geht es weiter mit dem Projekt und der Zielsetzung, ein Museum für alle zu werden? Durch die wahrscheinlich noch länger andauernden Corona-Maßnahmen mussten wir hygienebedingt viele unserer inklusiven Angebote, welche nur durch Berührung oder Nähe erlebbar sind, einschränken. Dies gilt beispielsweise für unsere Riechstation im 3. Obergeschoss oder für das betastbare Modell eines Faustkeils, dessen Oberflächenstruktur eine Desinfektion im normalen Museumsbetrieb nicht möglich macht. Beide Stationen sind wichtige Bestandteile unserer Führungen für Blinde  und Sehgeschädigte und gehören zu unserem Konzept, das Museum mit vielen Sinnen erlebbar zu machen.

Für dieses Projekt wiederum bedeuten die Maßnahmen, dass die Dauerausstellung nicht vollumfänglich erlebbar ist und wir neue Termine für die Gruppen und die begleitenden Künstler*innen, welcher der Klub Solitaer e.V. kuratierte, finden müssen, immer unter der Bedingung, dass die Maßnahmen nicht wieder verschärft werden und es zum Ende des Jahres zu weiteren Lockerungen kommen kann.

Die Präsentation der Arbeiten soll nun zur nächsten Chemnitzer Museumsnacht am 10.10.2020 erfolgen. Wir werden das Projekt jedoch auch weiterhin hier im Blog begleiten und die Termine bekanntgeben.

Nichts für Menschen mit Höhenangst: Der Blick in die Tiefe der Zeit auf das Sachsenmodell im smac | Foto: © smac, Michael Jungblut

„Ich liebe diese Ausstellung (das Sachsenmodell), ich mag die sehr – aber irgendwie denken viele Menschen, vielleicht haben die auch Höhenangst.“

Gefördert im Programm 360° – Fonds für Kulturen der neuen Stadtgesellschaft und in Kooperation mit https://www.klub-solitaer.de/

Text: Attila Bihari

Zurück

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre mehr darüber, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden.