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a wie atelier | Brainstorming mit Beate Eismann

Teil 1: Die Künstlerin fragt – die Kuratorin antwortet

Prof. Ines Bruhn hat den Lehrstuhl für Gestaltung an der Fakultät Angewandte Kunst Schneeberg der Westsächsischen Hochschule Zwickau (Sachsen) inne © smac/LfA

Seit seiner Eröffnung im Jahr 2014 zeigt das smac neben der Dauer- und den großen Sonderausstellungen auch kleinere Ausstellungen im Museumsfoyer (Link zu Website). Hier geht es um ganz unterschiedliche Themen wie Design, Kunst, Diversität, Archäologie, Fotografie etc. etc.

Im vergangenen Jahr initiierte Professorin Ines Bruhn in Kooperation mit dem smac die Ausstellungsreihe a – wie atelier im smac. Die Idee: Kunst und Design werden durch die Intervention in die Dauerausstellung in direkten Bezug zu archäologischen Funden gestellt. Im Rahmen dieser Reihe präsentiert die Künstlerin Beate Eismann ab 24. Juli 2020  ihre Objekte in der Ausstellung/Intervention Brainstorming – Zu Gehirn und Bewusstsein (Link zur Website)

Wir stellen Künstlerin und Kuratorin in einer zweiteiligen Interviewserie vor. Im ersten Teil stellt Künstlerin Beate Eismann die Fragen; im nächsten Teil wird es anders herum sein.

Beate Eismann: Was war der Grund, die Veranstaltungsreihe a – wie atelier im smac ins Leben zu rufen?

Ines Bruhn: Mich begeistert, wie viel Artefakte aus verschiedenen Epochen der Menschheitsgeschichte über die jeweiligen gesellschaftlichen Verhältnisse und die Macher erzählen können. Bis heute ist die „Sprache der Gegenstände“ ein faszinierender Kosmos. Deshalb entstand der Wunsch, mit Zeugnissen aktueller Objektkultur, vor allem aus dem Spektrum zeitgenössischen Kunsthandwerks, in die Museumssammlung zu intervenieren und so einen Austausch über die ästhetischen, funktionalen und künstlerischen Qualitäten anzuregen.

Auch mit Design-Studierenden der Fakultät Angewandte Kunst Schneeberg konnten wir bereits Museumsexponate analysieren und Inspirationen für Entwurfsreihen sammeln. Die Zusammenarbeit mit dem smac begann aber bereits vor vielen Jahren mit einer von mir kuratierten Ausstellung der israelischen Schmuckkünstlerin Deganit Stern-Schocken, deren Familiengeschichte mit diesem Haus eng verbunden ist.

Deganit Stern-Schocken – cross section (2015)  © LfA/smac, Foto: Thoralf Lippmann

Beate Eismann: Wie ist die Reihe aus Ihrer Sicht als Kuratorin angelaufen?

Ines Bruhn: Wir konnten die Reihe mit einer Ausstellung des international geschätzten Künstlers und Silberschmieds Peter Bauhuis beginnen. Er hat sich den Narrativen und Fakes im historischen Wissenschaftsbetrieb gewidmet und in einer komplexen Intervention ein unterhaltsames Verwirrspiel zwischen Fiktion und Realität präsentiert

Peter Bauhuis – Venus von Z., © LfA/smac, Foto: Jutta Boehme

Beate Eismann: Wie reagiert das Publikum des smac auf zeitgenössische künstlerische Arbeiten in einer archäologischen Erlebniswelt?

Ines Bruhn: Ohne genau zu wissen, wer die Ausstellung mit welchen Eindrücken verlässt, hoffe ich, dass die künstlerischen Eingriffe und Angebote wahrgenommen werden und einen Impuls zum Darüber-Nachdenken aussenden.

Beate Eismann: Was nimmt der Gastgeber, also das Staatliche Museum für Archäologie Chemnitz, Ihrer Meinung nach aus den Interventionen mit? Und was geben Ihnen die Veranstaltungen?

Ines Bruhn: Ich schätze das smac als einen Ort der Begegnung und des lebendigen Austauschs, offen für Angebote aus unterschiedlichsten gesellschaftlichen Bereichen. Für mich, und ich hoffe auch für das Museum, stellt die Ausstellungsreihe eine wunderbare Korrespondenz zwischen Geschichte und Gegenwart her, um gleichzeitig herausragende Leistungen des zeitgenössischen Kunsthandwerks vorzustellen.

Fakultät Angewandte Kunst Schneeberg – supported experiments (2018/2019) © LfA/smac, Foto: Jutta Boehme

Beate Eismann: Welche Erwartungen hatten Sie an die diesjährige Intervention?

Ines Bruhn: Hirn- und Bewusstseinsforschung als Grundlage einer künstlerischen Auseinandersetzung habe ich sofort als spannende Themenbereiche empfunden, mich auf die Präsentation modellhafter Objekte mit organischer Formensprache in unmittelbarer Nachbarschaft zur Ausstellung über die frühen Menschen gefreut und war gewiss, dass sie mit den Modellen und Stücken der Sammlung auf vielen Ebenen kommunizieren würden.

Der Bereich Evolution in der Dauerausstellung des smac, © LfA/smac, Foto: László Farkas

Am 20.7.2020 erscheint Teil 2 des Interviews. Darin werden die Rollen getauscht: Prof. Ines Bruhn stellt der Künstlerin Beate Eismann Fragen zu Ihrem Werk

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