Zurück

a wie atelier | Brainstorming mit Beate Eismann

Teil 2 – Die Kuratorin fragt die Künstlerin

Die Künstlerin Beate Eismann interveniert vom 24. Juli bis 4. Oktober 2020 mit ihrer Ausstellung „Brainstorming“ in der 1. Etage der Dauerausstellung des smac. In dieser Arbeit ergründet Beate Eismann das Denken in Modellen und stellt die Rolle von materiellen Objekten in der Wissenskommunikation zur Diskussion. Den Fokus legt die Künstlerin dabei auf modellhafte Vorstellungen von Gehirn und Bewusstsein und verbindet diese mit einem Blick auf die Wahrnehmung der Welt.

Prof. Ines Bruhn, Kuratorin der Ausstellungsreihe a – wie atelier im smac, interviewt die Hallenser Künstlerin zu ihrem Œuvre.

Die Künstlerin Beate Eismann (links, Foto: Frank Grätz) und Prof. Ines Bruhn (rechts, Lehrstuhl für Gestaltung an der Fakultät Angewandte Kunst Schneeberg der Westsächsischen Hochschule Zwickau, Sachsen)

Ines Bruhn: Können Sie Ihre Arbeitsweise beschreiben? Wie wählen Sie Themen aus und wie nähern Sie sich ihnen?

Beate Eismann: Gerade über meine künstlerische Tätigkeit ist mir im Verlauf der Jahrzehnte bewusst geworden, wie sehr ich an biologische, zeitliche und örtliche Konditionen gebunden bin. So genieße ich es inzwischen, immer wieder zu Themen zurückzukehren, die mich geprägt haben, wenn ich auch die äußeren Anknüpfungspunkte dafür bewusst wechsele. Bei der Arbeit greife ich auf ein in sinnlicher Mittlerfunktion langjährig erprobtes künstlerisches Instrumentarium zurück.

Ines Bruhn: Welche Rolle spielen handwerkliche Techniken und Materialien für Sie?

Beate Eismann: Im Bild der Zeitgebundenheit verweilend, sind die Umbrucherlebnisse meiner Generation hier sicherlich von Bedeutung. In meinen Arbeiten lasse ich analoge und digitale Einflüsse, Handwerk und industrielle Fertigung, traditionelle und moderne Materialien aufeinanderprallen. Vermeintliche Unvereinbarkeiten stelle ich in künstlerischen „Versuchskonstellationen“ dabei immer wieder bewusst in Frage.

PROJEKTIONSRAUM: Schatulle, 2020 © Objekt/Foto: Beate Eismann

Ines Bruhn: Wie würden Sie die Absicht Ihrer künstlerischen Intervention beschreiben?

Beate Eismann: Aus den persönlichen Bedingungen heraus, die sich sowohl in Befähigung als Limitation äußern, bediene ich mich künstlerischer Mittel, um im smac mit Menschen unterschiedlichster fachlicher und gedanklicher Horizonte über die Vielfalt des Lebens ins Gespräch zu kommen. Mich würde freuen, wenn in der Intervention erfahrbar würde, dass unser Weltbild immer ein „Modell auf Zeit“ ist. Dies könnte die Neugier der Besucher*innen auf ihnen weniger vertraute Gedankenmodelle lenken.

UM DEN 38.TAG, Doppelportrait, 2020 © Objekt: Beate Eismann, Foto: Sascha Linke


Zurück

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre mehr darüber, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden.