Vom Schocken-Lieferwagen zum Stromlinienbus Flöha

Am 16. April 2017 erwähnte ein langer Beitrag in der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung mit der Headline „Der größte Autoraub aller Zeiten“ einen eiförmigen Stromlinienbus im Deutschen Technik Museum Berlin, der auf dem Chassis eines Opel Blitz gebaut sei. Dieses Fahrgestell habe zuvor dem Chemnitzer Kaufhaus Schocken gehört.

Kaufhaus Schocken? Momentchen. In diesem wunderschönen Gebäude der klassischen Moderne ist doch unser Archäologiemuseum beheimatet.
Tatsächlich halten wir große Stücke auf die wechselvolle Geschichte unseres Museumsgebäudes. Weiterlesen

smactikum : Selena Feig

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Foto © smac | Annelie Blasko

Unsere Kollegen im LWL Museum für Archäologie in Herne haben eine schöne Tradition; dort werden Praktikanten gebeten, zu einem Stück aus der Ausstellung einen Gastbeitrag im Blog zu verfassen. Weil wir das für eine tolle Sache halten, wollen wir auch unsere Praktikanten dazu einladen, ihren Blick auf das smac zu schärfen und fragen neben dem Lieblingsstück auch nach dem Lieblingsort im Museum. Den Anfang macht: Selena. Weiterlesen

Political Correctness und der Prozess der Zivilisation

von Jens Beutmann

In seinem berühmten Werk „Über den Prozess der Zivilisation“ (1939) hat der Soziologe Norbert Elias gezeigt, wie die westliche Welt seit dem Mittelalter einen Prozess durchlaufen hat, der nicht nur die Sozial-, sondern damit auch die individuellen Persönlichkeitsstrukturen verändert hat. Zunehmende gesellschaftliche Zentralisierung und die immer stärkeren Abhängigkeiten in einer komplexer und arbeitsteiliger werdenden Gesellschaft erforderten neue Regeln des Zusammenlebens. Durch gegenseitige soziale Kontrolle und obrigkeitlichen Druck wurden diese Regeln allmählich durchgesetzt. Diese Veränderung bezeichnete Elias als „Zivilisationsprozess“ oder auch als „Zivilisierung“.

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Die Alltagswand im smac. Auf 45 Meter Länge sind wie in einem Warenregal (als Hommage an das Kaufhaus Schocken) über 1300 Objekte vom 8. bis zur Mitte des 19. Jhs. ausgestellt.              (© smac | Meike Kenn)

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#GELDausstellung – Jederzeit Bargeldbereit

von Susanne Hahn

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Die Rationalisierung der

DDR-Geldwirtschaft: der Geldautomat des

VEB Wägetechnik Rapido Radebeul

 

Eigentlich stellte der VEB Wägetechnik Rapido in Radebeul vollautomatische Waffelbackanlagen her und gehörte bis 1989 zum DDR-Lebensmittelkombinat Nagema. Nachdem die Staatsbank der DDR 1983 das Kombinat robotron mit der Entwicklung eines mikroprozessorgesteuerten Geldausgabeautomaten beauftragt hatte, war Rapido bis 1989 auch Hersteller von etwa 500 Geldautomaten. 274 Automaten waren 1989 nachweislich in größeren Städten in Betrieb, an denen mit einer Geldkarte 20- und 50-Mark-Banknoten der DDR abgehoben werden konnten.

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