#Geldausstellung – Tulpenzwiebeln und die erste Spekulationsblase

von Eric Mertens und Doreen Mölders

Tulpen_nah

Die farbenprächtigen Tulpen (Tulpia) waren im 16./17. Jahrhundert ein Luxus- und Spekulationsobjekt (© smac).

Wie ein schönes Pflänzchen die Niederländer in den “Wahn” trieb

Während wir in unseren Büros, ob im smac oder im Landesamt für Archäologie in Dresden, Exponate zur Geschichte des Geldes recherchieren, Ausstellungstexte verfassen und an der Gestaltung der GELDausstellung arbeiten, spielt sich draußen vor der Tür und auch im Innenhof des Landesamtes für Archäologie in Dresden (LfA) ein sehr vergängliches, nur wenige Wochen dauerndes Naturereignis ab: Die Frühjahrsblüte. Neben Hyazinthen, Primeln und Löwenzahn ragen auch Tulpen majestätisch empor.

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#GELDausstellung – Wampum

von Timo Luks und Doreen Mölders

Wampumkette_aSelten und Wertvoll: eine Wampumkette vor 1926 vermutlich irokesischer Herkunft aus Nordamerika, Leihgeber und © Karl-May-Museum Radebeul.

Wampum – das „Gold der Indianer“?

Wenn Winnetou – oder besser gesagt Pierre Brice bzw. Gojko Mitić – in reich mit Perlenbändern und Perlengürteln bestückter Tracht auf seinem Rappen durch die (jugoslawische) Prärie ritt, dann ging wohl ein kollektives „Hach“ durch die Wohnzimmer – diesseits und jenseits der innerdeutschen Grenze. Bei so viel Pathos dachte dann auch niemand an den Wahrheitsgehalt der Film-Geschichten in Anlehnung an Karl May, die lange unser Bild von den „Indianern“ prägten.  Heute wissen wir, dass Karl May nie zwar in Nordamerika war und auch gegen verbreitete Vorurteile anschrieb, dass es die “Indianer” aber so nie gegeben hat,  die alle in Tipis lebten und Büffel sowie weiße Siedler jagten. Stattdessen war die Bevölkerung Nordamerikas schon vor dem Eintreffen neuer Siedler aus Europa grundverschieden in ihrer Lebens- und Siedlungspraxis. Und die Perlen und Perlenketten, die sogenannten Wampum, waren nicht einfach Schmuck und modisches Accessoire, sondern Wampum war vor allem eins: Geld.

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#Geldausstellung: Playmobil 5177: Bank mit Geldautomat

von Susanne Hahn

Großaufnahme Bank

Das Modell 5177: Bank mit Geldautomat ist Teil der Reihe City Action in der Bank von Playmobil und bald in der Ausstellung GELD im smac zu sehen.

 

“Kann ich Ihnen helfen?” – “Ja, Entschuldigung, wir sind hier um ihre Bank zu überfallen!”

            aus: “Bandidas” (2006)

 

Vom 27. Mai  bis 30. Dezember 2016 präsentieren wir unsere erste eigene Sonderausstellung. Thema ist GELD – ganz recht, GELD im Allgemeinen und im Besonderen. Zu sehen gibt es ganz altes und ganz neues Geld, ganz kleines und ganz großes, wertvolles und wertloses. Heute kaufen wir fast alles für Geld und dementsprechend möchte jede_r möglichst viel Geld haben. Doch wie kommen wir zu Geld und was machen wir anschließend damit? Die Ausstellung zeigt vielleicht nicht alle, aber viele Möglichkeiten, zu Geld zu kommen, auch solche jenseits der Legalität, wie z.B. ein Banküberfall.

 

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Dinge mit Geschichte(n) #4 – Die Ofenkachel mit dem schlafenden Ritter

von Lisa-Maria Rösch

Schlafender Ritter

Diese Ofenkachel aus der frühen Neuzeit wurde in der Leipziger Innenstadt gefunden und ist heute in der Alltagswand des smac zu sehen. Sie zeigt einen Ritter, der sich in voller Rüstung ins Gras gesetzt hat und sich eine Ruhepause gönnt. (© LfA)

 

Das Motiv der Kachel rückt ein ganz zentrales Thema in den Mittelpunkt: das Schlafen. Wann wurde wie und auf was geschlafen und inwieweit unterscheidet sich das zu unseren Schlafgewohnheiten heute? Auf diese und andere Fragen wollen wir heute, am Weltschlaftag, eingehen und dazu einen kurzen Blick in die Vorgeschichte werfen.

 

„Und, wie hast du heute geschlafen?“

 

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Dinge mit Geschichte(n) #3 – Das Schieferplättchen von Groitzsch

Pferde Groitzsch2

Die Darstellungen von Pferden auf dem Schieferplättchen von Groitzsch, Nordsachsen gehören zur frühen Kunst des Menschen. Das nur 5 cm große Stück stammt aus Grabungen in einem altsteinzeitlichen Lagerplatz auf dem Kapellenberg bei Groitzsch und ist 14.500 Jahre alt (© smac | Michael Jungblut)

 

Die Wendy der Steinzeit

 

Wer hat als Kind, kaum dem Schaukerlpferd entwachsen, nicht von einem eigenen Pferd oder zumindest einem Pony geträumt? Auf dem Rücken von Fury oder Black Beauty über Felder und durch Wälder reiten und gemeinsam Abenteuer erleben, was für ein wildes Kinderleben. Wer dann wenigstens seine Eltern überreden konnte, das Kind zum Reitunterricht zu schicken, erkannte schnell, dass die Welt auch vom Sattel aus kein Ponnyhof, sondern viel Disziplin war. Die Faszination für die anmutigen und sanften Tiere blieb, der Wunsch, selbst ein Pferd zu besitzen, verschwand bei den meisten wahrscheinlich schnell, auch, weil es andere spannende Hobbys auszuprobieren gab.

 

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